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10-03-10 14:21

Im Einzel wenig Mut, im Team dann gut

Bei ihrer ersten Fechteuropameisterschaft blieb die A-Jugendliche Stephanie Kohel vom HSB zumindest im Einzelwettbewerb mit Rang 43 unter ihren Möglichkeiten. Mit dem deutschen Team hingegen kann der fünfte Platz durchaus als Achtungserfolg gewertet werden.


Zum ersten Mal bei einer Europameisterschaft dabei:
HSB-Degenfechterin Stefanie Kohel

Bei den Europameisterschaften der Kadetten, also den Fechterinnen und Fechtern im Alter bis zu 16 Jahren, ließ der Europäische Fechtverband insgesamt 79 Teilnehmerinnen aus 23 Ländern an den Start. Mit optimistischer Stimmung und der für so einen Wettbewerb erforderlichen Spannung hatte sich das deutsche Team tags zuvor noch eingefochten, aber schon kurz nach Turniereröffnung war die Leichtigkeit dahin. Schon zu Beginn zeigte sich Stephanie Kohel von der Atmosphäre im Olympischen Sportkomplex von Athen stark beeindruckt und agierte bei den Gefechten in der Setzrunde äußerst nervös. Gleich im ersten Gefecht gegen die Griechin Myrto Nika erlangte Kohel nie das notwendige Gefühl der Sicherheit, das üblicherweise eintritt, wenn man lange Zeit in Führung liegt. Am Ende drehte die Griechin das Gefecht und die Heidenheimerin hatte in den weiteren Gefechte ihre Nervosität als weiteren Gegner. „Das darf man schon auf ihre fehlenden Erfahrung bei internationalen Meisterschaften zurückführen“, erklärte Hans-Jürgen Hauch, der als Bundesjuniorentrainer die Degendamen betreute und sich unterm Strich zufrieden zeigte, wie sein Schützling immerhin gegen die Ungarin Andrea Kosztyu, gegen die Slowakin Eva Gabosova und gegen die Ukrainerin Veronika Shirshova die Oberhand behielt. So konnte sich Kohel auch eine weitere Niederlage gegen die Polin Justyna Kaca leisten ohne den Einzug ins Tableau der besten 64 zu gefährden. Hier wartete aber mit der Ungarin Reka Bohus eine weitere unangenehme Gegnerin. Zunächst kam diese gegen die HSBlerin überhaupt nicht zurecht und lag 3:5 hinten, bis sie mit eigener Offensivtaktik die Angriffsbemühungen von Stephanie unterband und selbst mit 6:5 die Führung übernahm. Diesen Rückstand konnte Kohel nicht mehr ausgleichen und musste sich am Ende 9:12 geschlagen geben. Damit war ihre erste Europameisterschaftsteilnahme im Einzel auf Mittelfeldplatz 43 zu Ende - gute Vorzeichen für den Mannschaftswettbewerb am übernächsten Tag sehen anders aus.

Zusammen mit Florina Plachta (Offenbacher FC), Olga Ehler (SV Waldkirch) und Julia Morawietz (Bayer Leverkusen) traf Stephanie dann im ersten Mannschaftskampf gegen die Finnen einen idealen Aufbaugegner. Der 45:36-Sieg war ungefährdet, aber als Belohnung hätte sich die deutsche Equipe als nächstes ganz sicher eine andere Nation als die Turnierfavoriten aus Italien ausgesucht. So aber wurde gleich das zweite Match zum entscheidenden. Als dritte Fechterin hatte Stephanie Kohel gegen Sara de Alti das Nachsehen und konnte nicht dazu beitragen, die enge 44:45-Niderlage zu verhindern. Damit war klar, dass keine Medaille mehr drin war und bestenfalls Platz fünf für die Mannschaft erreicht werden konnte. Die anschließenden Siege über Israel (45:36) und über Frankreich (40:39) sorgten aber für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss: Mit Platz fünf erreichte Stephanie Kohel mit der deutschen Equipe im Damendegen eine durchaus beachtliche Platzierung.

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