14-03-10 19:45
Heidenheimer Fechtertage mit dem
50. Europapokal der besten Clubmannschaften
Wenn die besten Degenfechter der Welt am letzten März-Wochenende in der Heidenheimer Karl-Rau-Halle auf die Planche gehen, kann ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert werden: Zum 50. Mal wird beim Coupe d’Europe auch das beste europäische Team unter den Gewinnern der nationalen Meisterschaften gesucht.

Wie im letzten Jahr wird auch heuer wieder großer Fechtsport in der
Karl-Rau-Halle erwartet. Krönung für jedes europäische Spitzenteam
wäre der Gewinn des „50. Coupe d’Europe“.
Die Idee eines europäischen Vereinswettbewerbs für die nationalen Meisterteams kam erstmals Mitte der 50er Jahre auf, als die Heidenheimer Degenfechter zum ersten Mal Deutsche Mannschaftsmeister im Degenfechten geworden sind und das dann in Folge vier Mal wiederholten. Zu dieser Zeit veranstaltete der Württembergische Landessportbund jährlich eine Meisterfeier für seine Deutschen Meister und dabei sind die Heidenheimer Mannschaftsmeister 1958 im Gespräch mit den Göppinger Handballern, die damals auch den Europacup gewonnen haben, auf die Idee gekommen, mit einer erlesenen Auswahl europäischer Meisterteams den Europapokal „auszufechten“. Der internationale Fechtverband, die F.I.E., bestand auf einem Nachweis, der das Interesse an so einem Wettbewerb dokumentieren sollte. So hatte man 1960 einen ersten Mannschaftswettkampf durchgeführt, an dem bereits 20 Teams teilnahmen. Durch diesen Erfolg wurde das Turnier von der F.I.E. offiziell anerkannt und seither als Europacup oder Coupe d’Europe ausgerichtet. Unterstützung gab es von Beginn an durch das Baden-Württembergischen Kultusministerium, das den Europapokal stiftete und dem Turniersieger überreichte.
Damals hatte der Europacup für Heidenheims Fechtlegende Paul Gnaier und dessen Teamkollegen immer einen besonderen Reiz, denn bei fünf Meisterschaften in Folge suchte man nach neuen Herausforderungen. Sich mit einer italienischen oder französischen Equipe zu messen, einem osteuropäischen Meisterteam oder den Champions aus Skandinavien Paroli bieten zu wollen, ist bis heute ein anspornendes Erlebnis. Neben den Landesmeistern ist der Heidenheimer Sportbund als Ausrichter stets startberechtigt und kann bislang immerhin einen zweiten Platz als bestes Resultat vorweisen.
Rekordsieger beim Coupe d’Europe ist jedoch der Fechtclub Tauberbischofsheim mit zehn Titelgewinnen, wobei der letzte im Jahr 1993 erfolgte. Insgesamt zehnmal siegten auch die erfahrungsgemäß starken Meistermannschaften aus Frankreich. Im vergangenen Jahr konnte sich mit Aeronautica Rom der italienische Titelfavorit unter den nationalen Meisterteams aus ganz Europa durchsetzen. Mit dem souveränen Olympiasieger Matteo Tagliarol als Teamkapitän konnten sich die Römer erwartungsgemäß gegen ein allerdings äußerst starkes Charkower Team aus der Ukraine behaupten. In einem hochklassigen Finale boten die Fechtasse dem zahlreich erschienenen Publikum damit auch am letzten Wettkampftag der Heidenheimer Fechtertage großartigen Sport, nachdem zwei Tage zuvor der nicht minder berühmte Einzelwettbewerb um den 56. Heidenheimer Pokal von statten ging. Der Heidenheimer Pokal gilt unter den weltbesten Athleten als stärkstes Einzelturnier in der Weltcup-Serie der Degenspezialisten und wird heuer am 26. und 27. März ausgetragen.
In Heidenheim schätzt man es, mit den Fechtertagen ein absolut herausragendes Spitzensportereignis für die Region und darüber hinaus bieten zu können. Die Organisatoren setzen wie gewohnt alles daran, um diesem Fechtsportereignis einen würdigen Rahmen zu bieten und die Stadt Heidenheim angemessen zu präsentieren. Schließlich erwartet man Fechtfreunde und Sportbegeisterte, die aus aller Welt zu diesem Topevent anreisen.