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21-07-10 16:57

Am Ende bleibt nur "Blech"

Nachdem im Einzelwettbewerb die Heidenheimer Damendegenasse nicht richtig gestochen hatten, galt die Aufmerksamkeit dem Mannschaftswettbewerb. Hier wollte sich der Heidenheimer Bundestrainer Piotr Sozanski mit seinen Degendamen weit vorne platzieren, was ihm gelang, auch wenn seinem deutschen Team eine Medaille versagt blieb.


Mit Engagement, aber ohne Fortune: Mit Platz vier im Team-
wettbewerb kehrt Heidenheims Topfechterin Monika Sozanska
von der Fechteuropameisterschaft in Leipzig zurück. Beim kleinen
Finale konnte ihr couragierter Auftritt gegen Maureen Nisima das
deutsche Team nicht retten.

An vierter Stelle gesetzt und auf dem vierten Platz gelandet bestätigte die deutsche Equipe letztendlich die Einschätzung, die sich aus der Summe der Einzelresultate vom Sonntag ergab. Allerdings hätte es schon ein bisschen mehr sein können, wenn man den Mannschaftswettbewerb dieser Europameisterschaften etwas genauer verfolgt. Mit der Tschechischen Republik als Gegner zum Einstieg in das Turnier trafen die deutschen Degendamen genau auf einen Kontrahenten, wie sie es sich wünschten. „Warmfechten“ sagen die Fechterinnen und meinen, dass so ein Widersacher ideal sei, um die Form des Tages zu finden - ohne freilich die tschechischen Damen zu unterschätzen. Piotr Sozanski ließ dann auch gleich die junge Ricarda Multerer ran als es bei Britta Heidemann nicht richtig laufen sollte. Die Heidenheimerin machte ihre Sache richtig gut und steuerte zum deutlichen 45:26-Sieg 17 Punkte bei. Kollegin Monika Sozanska wies mit acht Pluspunkten sogar die doppelte Anzahl an Führungstreffer auf und so konnten die Degendamen mit Selbstvertrauen dem weiteren Turnierverlauf entgegensehen. Als nächster Gegner wartete Großbritannien und nicht nur beim Fußball gilt diese Hürde als überwindbar. Die frisch gebackene Europameisterin Imke Duplitzer legte gleich mit fünf Punkten Vorsprung los, so dass es nicht erheblich war, dass weder Multerer noch Sozanska den Abstand eher verwalteten, als für ihr Team einen weiteren Vorsprung auszubauen. Am Ende wechselte der Bundestrainer dann Britta Heidemann für seine Tochter ein, aber auch in diesem Match zeigte die Olympiasiegerin, dass die Tage in Leipzig nicht zu einem weiteren sportlichen Höhepunkt für sie werden sollen. Erneut verlor sie 0:1 und alle sahen ihre Verunsicherung, was aber den 25:19-Sieg der deutschen Mannschaft nicht gefährdete.

Mit dem Erreichen des Halbfinales warteten nur noch Mannschaften, die keine schwachen Fechterinnen in ihren Reihen haben. Und für das Team um Piotr Sozanski kam es knüppeldick, hatte man doch mit Polen genau den Gegner vor sich, gegen den man in der jüngeren Vergangenheit die letzten sechs Aufeinandertreffen ausnahmslos verloren hatte. Auch dieses Mal schien sich eine Niederlage anzubahnen, doch die ansonsten eher fragile Heidemann wusste just dann zu überzeugen als die Polinnen nicht mehr mit dem deutschen Team rechneten. Bis auf 12:13 waren die deutschen Degendamen drei Matches vor Ende dran und hätte Monika Sozanska beim 1:3 einen besseren Plan und mehr Fortune gegen Ewa Nelip gehabt, dann wäre für Imke Duplitzer als letzte Mannschaftsfechterin mehr als der Ausgleich gegen späteren Europameister drin gewesen. So aber ging es in den „Sudden Death“ und hier revanchierte sich Magdalena Piekarska für die erlittene Niederlage im Einzelfinale und Deutschland durfte nur noch um Platz Drei fechten.

Als Gegner sah man sich einer französischen Equipe gegenüber, die sich gegen den neuen Vize-Europameister Italien ebenfalls im „Suden Death geschlagen geben musste. Bis zum fünften Gefecht hatten Sozanska und Co. die Nase leicht vorne, aber dann zog Maureen Nisima gegen Britta Heidemann mit 14:8 davon und die Französinnen hatten plötzlich in der Gesamtwertung fünf Punkte Vorsprung. Als danach Imke Duplitzer auch klar mit 0:3 unterlag, nutzte es nichts mehr, dass Sozanska mit einem 5:1 gegen die zuvor noch überragende Nisima wieder Boden gut machen konnte. Die verzweifelte Aufholjagd von Heidemann als Schlussfechterin ließ die erfahrene Laura Flessel-Colovic ein ums andere Mal ins Leere laufen. Am Ende hatten die Französinnen mit 45:35 Bronze gewonnen. „Verdienterweise,“ wie Bundestrainer Piotr Sozanski eingestand, wohl wissend, dass seine Degendamen allemal das Zeug dazu haben, schon vom nächsten Turnier der weltbesten Degenfechterinnen wieder als strahlende Siegerinnen und nicht mit leeren Händen zurückkehren können.

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